weblog von karin wenger
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/marhaba

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Henkersmahlzeit am Ende des ersten Ramadans ohne Siedler

Gaza, 4. November

Der vierj?hrige Samer hat sich die ganze Woche auf das Ende des Fastenmonats Ramadan gefreut. Die Kleinen erhalten neue Kleider, kleine Geschenke und S?ssigkeiten. Der Aid, die drei Feiertage nach dem Ramadan, sind mit dem Ende des Fastens der Beginn eines Essmarathons. Samer wohnt mit seiner Schwester und seinen Eltern im Dorf Beit Hanun im Norden des Gazastreifens. Am Morgen des Aid geht er stolz in seinen neuen Schuhen in der Wohnung auf und ab, in der Hand ein farbiges Plasticmaschinengewehr mit aufgestecktem Panzer. ?Bum, bum?, sagt er, w?hrend er das Gewehr auf seinen Spielkollegen richtet. Sp?ter beginnt er zu weinen und schreit, er wolle auch noch einen Panzer haben, so einen wie ihn die Israeli bes?ssen, dann w?rde er bis ?ber die Grenze schiessen.

In Beit Hanun ist auch nach dem Abzug der Siedler keine Verbesserung des Alltags zu sp?ren. In der Nacht vor dem Aid schlugen st?ndlich mehrere Geschosse von israelischen Panzern in einem Feld der Nachbarschaft ein und weckten mit ihrem dumpfen Knall die Bewohner der Gegend. Kurz bevor die M?nner im Morgengrauen in die Moschee gingen, war zudem das regelm?ssige Rattern von den Maschinengewehren israelischer Spezialtruppen zu vernehmen, die sich irgendwo in Beit Hanun aufhielten. ?Die Siedler sind zwar weg, aber bis jetzt wurde alles noch schlimmer. Vor allem die Kinder leiden unter dem L?rm der Panzergeschosse und den ?berschallknallen, wenn die Kampfjets die Schallmauer durchbrechen?, sagt Hanan Shabat, die 23-j?hrige Mutter von Samer. Am fr?hen Morgen der Feiertage hat sie Aid-Geb?ck gef?llt mit Datteln und N?ssen gebacken. Nach der Tradition bleiben die Frauen am ersten Tag Zuhause, w?hrend die M?nner aus der Verwandtschaft zu Besuch kommen.

Vor den Tagen des Aid hat sich der Gazastreifen in einen einzigen grossen Marktplatz verwandelt. Jeweils abends nach dem Fastenbrechen str?mten die Menschen durch die Strassen, um noch ein Schn?ppchen hier oder da zu ergattern. Hochkonjuktur herrschte vor allem f?r Plasticmaschinenpistolen und ?gewehre aller Arten als Geschenk f?r die Jungen und f?r pink oder gr?ne Handt?schchen f?r die M?dchen. Im Fl?chtlingslager Jabalia schickte die islamische Hamas Putzbrigaden mit gr?nen Hamas M?tzen los, um die Strassen zu s?ubern. Am Abend vor den Feierlichkeiten, begannen dann die letzten Vorbereitungen: die Frauen gingen zum Coiffeur. Kurz vor dem Eid schien es, als ob sich alle Frauen von Beit Hanun noch die Haare schneiden, die Brauen zupfen und die Gesichter enthaaren wollten. Nebst Gespr?chen ?ber die billigsten aber besten Pullover, Trainer oder Hosen, die die Frauen in den letzten Tagen erstanden hatten, diskutierten sie die Vorf?lle der letzten Tage. ?Hast du geh?rt; zwei hat?s erwischt in Jabalia. Eine Rakete aus der Luft?, sagte eine Frau zu ihrer Kollegin und meinte damit die T?tung eines Mitglieds von Hamas und eines der al-Aksa Brigaden. Die zwei M?nner wurden am Dienstag von einer israelischen Rakete get?tet, als sie in ihrem Jeep unterwegs waren. Eine Frau fragte rhetorisch: ?Und das nennen die Israeli Waffenstillstand und sind erstaunt, wenn die M?nner von hier aus Raketen schiessen.?

Am Morgen des Aid kommt auch Hanans Nachbarin, Amira, zu Besuch. Die 26-J?hrige ist Mutter von sechs Kinder und Ehefrau eines gesuchten Hamas Mitglieds. Aus Angst vor den israelischen Spezialtruppen schl?ft ihr Mann nie Zuhause. ?Vor dem Abzug der Siedler gab es Invasionen in speziellen Gebieten. Dann blieben wir Zuhause. Heute sind wir alle betroffen. Eine Rakete aus der Luft k?nnte auch mich treffen?, sagt Amira. Von der Entwaffnung von Hamas h?lt sie nichts, solange den M?nnern entweder von den Israeli oder den Pal?stinensern Verhaftung drohten. Sie sei m?de von diesem Krieg und w?nsche sich ein normales Leben, in dem ihr Mann arbeiten k?nne.

Hanans Mann, Salah, f?hrt seine Familie in ein kleines Kebab Restaurant in Gaza, um den Aid zu feiern. Mit 1300 Franken Monatseinkommen k?nnen sich der Angestellte der Pal?stinensischen Autonomiebeh?rde und Hanan, die als Sekret?rin arbeitet, keine grossen Spr?nge leisten. Noch prek?rer sieht die Situation von Rabiha Jamal, der Freundin Hanans aus. Rabiha ist im letzten Juni mit ihren sechs T?chtern und zwei S?hnen in die brandneue Stadt Scheich Zayed im Norden des Gazastreifens, gleich neben der ehemaligen israelischen Siedlung Elei Sinai eingezogen. Die Stadt bietet 736 Wohnungen f?r zirka 25 000 Personen, zudem steht hier eine Moschee, ein Einkaufszentrum, ein Spielplatz und eine Schule, alles benannt nach dem grossz?gigen Sponsor, dem verstorbenen Scheich Zayed der Emirate. Die Wohnungen werden gratis an benachteiligte Familien des Gazastreifens vergeben. Einigen Familien wurden die H?user durch israelische Angriffe zerst?rt, andere sind arbeitslos oder haben jemanden in der Familie verloren. Rabihas Mann starb vor dreizehn Jahren an einem Herzinfarkt. Sie habe sich nicht im Traum ausmalen k?nnen, dass sie irgendwann eine Wohnung f?r sich und ihre Kinder, mit Warmwasser, K?hlschrank und eigenem Zimmer haben werde, sagt Rabiha. Der einzige der im Moment Geld nach Hause bringt, ist der Sohn Tamer, der f?r 500 Franken Monatslohn als Tontechniker arbeitet. Der Alltag der Frauen spielt sich vor allem im Wohnzimmer vor dem Fernseher ab, daran ?ndert weder der Aid noch der Abzug der Siedler etwas. Die Siedlungen habe sie sich nicht angeschaut und was mit ihnen passiere, das wisse niemand, sagt Rabiha. Jetzt, nach dem Abzug der Siedler, gebe es zwar keinen Checkpoint mehr, der den Gazastreifen trenne und sie k?nne ihre Verwandten im S?den besuchen. Rabiha fragt sich aber: ?Was ist diese Verbesserung Wert, wenn ich immer Angst haben muss, von der Grenze beschossen zu werden??
Karin Wenger, Gaza






4.11.05 16:22
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marc (7.11.05 16:45)
Karin, ein Detail würde mich intressieren. Kannst Du Fernsehen empfangen? PATV? Läuft das Zubettgeh-Video noch, das seit 2000 unzählige Male ausgestrahlt wurde: „Wie süß ist Shahada” der Abschiedsfilm eines Kindes mit dem Lied:
Sei nicht traurig, mein Lieber,
und weine nicht über meinen Weggang,
o mein lieber Vater,
für mein Land, Shahada...
Wie süß ist Shahada,
wenn ich dich umarme, O mein Land!...”
Meine Geliebte, meine Mutter,
meine Allerliebste, freue dich über mein Blut
und weine nicht um mich...”
Oder die Serie: "Al-Shatat" (Die Diaspora) Über die jüdische Weltverschwörung. Eine iranische TV-Serie, die während des Ramadan jeden Abend am jordanischen TV gezeigt wurde.
Hast Du auch schon einmal in ein Schulbuch der PA geschaut, ist es frei von Hass?
Etwas rhetorisch diese Fragen, zugegeben, aber es interessiert mich wirklich, wie Du darüber denkst.


searchpromedia / Website (7.12.05 11:49)
vDie Detektive Schweizerische Plastische Chirurgie -
Eidgenossenschaft yahoo messenger Confédération Silvesterreisen - suisse, ital. Confederazione Svizzera, Vogelgrippe . Confederaziun svizra, lat. Confoederatio Silvester), kurz Schweiz, ist ein Silvester 2005 in Musiknoten Online Apotheke. Der Name Schweiz ist die ins Medikamente übertragene Husten - des Kantonsnamens Grippe Virus, der auf die gesamte Eidgenossenschaft Feng Shui wurde.


searchpromedia / Website (7.12.05 11:49)
Die Anwaelte - liegt zwischen Kontakt -
Bodensee und Genfersee, Katzen und Jura, Hochrhein und Kreditkarten Sie
Kerzen - grenzt Ratenkredit nördlich an Sportwetten (345.7 km Grenzlänge), östlich Finanzen an Mp3 Player (41.1 km) und Versicherung Österreich (165.1 km), südlich Potenzmittel an Italien (734 Schiffsbeteiligungen 2 km). Der Inkasso westliche Kurzreise ist Kredite Frankreich mit 571.8 km gemeinsamer Fonds. Reisen!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung